Treibjagd auf ca. 10.000 freigelassene Nerze in Sachsen-Anhalt
Zahlreiche Medien berichten heute, daß militante Tierbefreier ca. 10.000 Nerze aus einer Zuchtanlage in Grabow (Sachsen-Anhalt) freigelassen haben.
Dabei berichten die Medien vorzugsweise von einer Aktion unbekannter Tierschützer, was vom Begriff her sicher falsch ist, denn Tierschützer haben den Schutz der Tiere im Sinn. Die Dummheit der Aktion in Grabow gipfelt jedoch darin, daß die freigelassenen Nerze nun teilweise überfahren werden, eine Treibjagd veranstaltet wird und das ökologische System der Region gefährdet ist. Nichts von dem kann im Sinne von Tierschützern sein.
Es ist eine (sicher gute und richtige) Sache, wenn man gegen die Zuchtanlagen der Nerzfarmen und die Pelzverwendung protestiert und im legalen Rahmen dagegen vorgeht. Die Aktion der militanten Tierbefreier, bedeutet jedoch eine Gefahr für zahlreiche Wildtiere der Region, da solch eine große Menge an Nerzen auch satt werden will. Spätestens im Frühjahr 2008 bekommen Bodenbrüter Probleme, weil die Nerze alle Eier fressen würden, auch Junghasen entsprechen dem Beuteschema.
Überdies liefert man der Jägerschaft, die sich gerne selbst als aktive Tierschützer sieht, einen Grund diese Nerze nun zu jagen. Insoweit sollte man militante Tierbefreier nicht mit Tierschützern verwechseln, auch wenn die Medien hier gerne verallgemeinern.
Ob militante Tierbefreier lernfähig sind? Zweifel sind sicher angebracht, denn vermutlich zählt der Medienrummel mehr, als sich über die Sinnlosigkeit solch einer illegalen "Befreiungsaktion" vorher Gedanken zu machen. Man sollte das Leid der eingesperrten Nerze nicht dadurch abwenden wollen, daß man mit solch einer Aktion neues Leid schafft. Nein, für soviel Dummheit kein Verständnis! Hoffentlich werden die Täter dingfest gemacht und müßen sich verantworten.
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