Ab Herbst 2007 weniger Lacher
Der Mann (Herr Stoiber) hat unserem Land beispiellose humoristische Dienste erwiesen. Kennen und kannten Sie einen deutschen Politiker, der die humoristische Seite der Deutschen so gezielt ansprach, wie er es in der Vergangenheit praktizierte?
Über Jahre hinweg sprachliche Kontinuität der außergewöhnlichen Art.
Dem ersten Anschein nach handelte es sich um verbales Unvermögen, aber es könnte auch volle Absicht gewesen sein, wenn sich Herr Stoiber in umständlichster und unverständlichster Art und Weise äusserte. Seine Aussagen zu Themen, wie dem Transrapid und dem Problembären Bruno, sind Paradebeispiele und können als legendär angesehen werden.
Eines war ihm dabei sicher. Er wurde und wird zitiert. Wieder und immer wieder.
Welcher Politiker kann von sich behaupten, daß man ihm so konzentriert zuhört und seine Aussagen permanent wiederholt?
Eben, da sehen Sie die Genialität!
Es muß also ein Konzept dahinter stecken, daß oberflächlich einen erheblichen Spaßfaktor bietet und unterschwellig enorme Medienpräsenz hervorruft. Unverständlicherweise trat Herr Stoiber nie bei “Knacki” Deuser in “Nightwash” auf, hier hätte er den Grundstein für eine Karriere, nach der (politischen) Karriere legen können. Anderen diente diese TV-Sendung schließlich auch als Sprungbrett. Stoiber wird künftig vermutlich nicht als Vollprofi in Sachen Humor unterwegs sein, obwohl dies seine wahre Berufung sein könnte, er hat es schließlich drauf.
Stoiber ist es gewohnt vor Menschenansammlungen (muß es Bajuwarenansammlungen heißen?) zu sprechen und er hätte den großen Vorteil, sich kein Bühnenprogramm erarbeiten zu müßen, um ein Publikum in seinen Bann zu ziehen.
Rufen Sie ihm aus dem Publikum ein Thema zu, dann lehnen Sie sich zurück und hören konzentriert und amüsiert zu.
Ein zweistündiges Programm würde ihm nicht schwer fallen. Stand-Up-Comedy mit wahrhaftem, echtem und überraschendem Wortwitz wäre garantiert!
Schade, er will im Herbst 2007 die politische Bühne verlassen und damit wohl auch seine persönliche humoristische Bühne. Hoffen wir, daß die CSU einen würdigen Nachfolger oder eine Nachfolgerin (welch revolutionärer Gedanke für Bayern) findet. Hier im Rheinland brauchen wir bayerische Politiker vom Kaliber eines Edmund Stoiber, sonst haben die Motto-Wagen im Karneval möglicherweise Probleme.
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